Kein Kuchen im engeren Sinne
Neulich musste ich aus gegebenem Anlass dringend Brioche backen, und es ist mir, ich kann es nicht anders sagen, ausgesprochen gut gelungen. Dass Leute Angst davor haben, mit Hefe zu backen, weil sie nicht aufgehen könnte, habe ich noch nie verstanden, bei mir ist Hefe nämlich noch nie nicht aufgegangen. Klar kann man sie theoretisch zu lange gehen lassen oder zu kurz, dann wird das Gebäck womöglich zu sauer oder zu fest, aber mir ist das noch nie passiert. Die Küche sollte warm sein, wenn man mit Hefeteig zu tun hat, man sollte ihn keinen Temperaturschwankungen aussetzen, während er geht, allerdings habe ich mal auf einem Segelschiff einen Osterzopf gebacken, der phänomenal aufgegangen war, obwohl ich ihn in einem kühl-feuchten Raum gehen gelassen hatte und ihn anschließend durch die klirrende Kälte zum Backofen transportiert habe, dessen Temperatur sich nicht richtig regulieren ließ.
Hefe ist also nicht so schlimm, und wenn man so viele Eier und soviel Butter an den Teig gibt, wie das Rezept für Brioche verlangt, dann wird das schon. Man muss sich allerdings an die Gehzeiten (nicht Gezeiten) halten, denn Buttermenge und Konsistenz machen der Hefe das Aufgehen nicht gerade leichter.
So, hier das Rezept:
25 g frische Hefe bzw. 7g Trockenhefe
2 EL lauwarme Milch
350g Mehl (evtl. ein bisschen mehr)
11/2 TL Salz
2 TL Zucker
5 Eier
150g kalte Butter
1 Ei mit etwas Salz verschlagen (zum Bestreichen)
Die Hefe mit der Milch verrühren. Das Mehl auf der Arbeitsplatte zu einem Berg türmen, in die Mitte eine Mulde drücken, Salz und Zucker reinstreuen und dann die Hefemischung dazugeben. Mit ein bisschen angrenzendem Mehl mischen, dann die Eier in die Mulde schlagen und nach und nach mit dem Mehl vermischen. Wenn alles einigermaßen verknetet ist, die Butter zur Hand nehmen und auch ein bisschen kneten und dann unter den restlichen Teig kneten. Das Geknete ist ziemlich matschig, aber das muss so sein. So lange kneten, bis die Butter sich unter den Teig gemischt hat, mindestens 5 Minuten. (Im Gegensatz zu Rührteig, den man nicht zu lange bearbeiten sollte, muss Hefeteig gerade lange geknetet werden. So unterschiedlich sind Teige.) Dann den Teig über Nacht zugedeckt im Kühlschrank gehen lassen. Am nächsten Morgen ist er aufgegangen und so kalt, dass er sich recht gut bearbeiten lässt. Jetzt fettet man Formen ein, entweder eine große Kastenform oder lauter kleine Briocheförmchen oder auch Muffinförmchen. Die füllt man dann ungefähr zur Hälfte mit Teig, und auf kleine Brioches setzt man noch einen kleinen Teigkopf, was mir, wie man auf dem Bild sieht, nur so halb gelungen ist. Jetzt lässt man das Ganze nochmal mindestens eine halbe Stunde gehen, bis die Brioches nennenswert aufgegangen sind und heizt den Backofen auf 220°C vor. Die Brioches mit einem mit Salz verschlagenen Ei einpinseln und backen. Ein großes Brioche ungefähr 40 Minuten, wobei man nach einer Viertelstunde den Backofen auf 190°C runterschaltet, kleine Brioches ungefähr 15-20 Minuten bei 220°C.
Fertig sind sie, wenn sie gut aussehen und an einem Zahnstocher, den man in die Mitte piekst und rauszieht, keine Teigreste kleben.















